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DJ MÄRKTE USA/Optimismus über Handelsgespräche schiebt Wall Street an



Von Thomas Rossmann

NEW YORK (Dow Jones)--Mit Aufschlägen hat die Wall Street den letzten Handelstag der Woche beendet. Der S&P-500 und der Nasdaq-Composite stiegen im Verlauf auf neue Jahreshochs. Für Zuversicht sorgten die Entwicklungen in den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat sich optimistisch gezeigt, dass eine Einigung erzielt wird, mit der beide Seiten leben können. Besonders kräftig legte der Chip-Sektor zu, der 3,0 Prozent gewann. Grund waren Aussagen des Broadcom-CEO, der sich zuversichtlich gezeigt hat, das der Abwärtstrend im Sektor seinen Tiefpunkt gesehen haben dürfte.

China hat am Freitag ein neues Investitionsgesetz verabschiedet, mit dem der Zwang von Technologie-Transfers von ausländischen an chinesische Partnerunternehmen aufgehoben wurde. Gleichzeitig wurde die "illegale Einmischung der Regierung" in ausländische Geschäfte verboten. Die Technologietransfers sind einer der Hauptstreitpunkte zwischen China und den USA. Washington hatte China wegen des erzwungenen Technologietransfers wiederholt den Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen.

Dagegen rückten die Konjunktursorgen, untermauert durch neue schwache Daten aus China und ein trübes Konjunktur-Bild der japanischen Notenbank, am Aktienmarkt in den Hintergrund. So ist der chinesische Hauspreisindex auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten gefallen.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 25.849 Punkte. Der S&P-500 legte um 0,5 Prozent auf 2.822 Punkte zu. Der Nasdaq-Composite erhöhte sich um 0,8 Prozent auf 7.689 Punkte. Der Umsatz schnellte wegen des großen Verfalls auf 2,721 Milliarden (Donnerstag: 909 Millionen) Aktien. Dabei standen den 1.708 (1.381) Kursgewinnern 1.212 (1.563) -verlierer gegenüber, während 97 (91) Titel unverändert schlossen.

 
US-Daten mit gemischtem Bild 
 

Die US-Konjunkturdaten zeigten ein uneinheitliches Bild. Der Empire State Manufacturing Index fiel im März auf 3,7 und verfehlte damit die Prognose von 8,3 Punkten deutlich. Auch die Industrieproduktion stieg im Februar weniger stark als erwartet.

Die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im März dagegen stärker aufgehellt als erwartet. Der an der Uni Michigan berechnete Index stieg auf 97,8, während Ökonomen nur 95,3 erwartet hatten. Bei der Umfrage Ende Februar lag er bei 93,8. Auch die Subindizes für die Erwartungen und die Einschätzung der aktuellen Lage lagen über den Prognosen.

 
Aussagen zu Software-Update stützen Boeing-Aktie 
 

Die Boeing-Aktie erholte sich von anfänglichen Verlusten und gewann 1,5 Prozent. Grund war ein Bericht der Nachrichtenagentur AFP. Diese meldete unter Berufung auf informierte Kreise, das Unternehmen werde das Software-Update für Flugzeuge des Typs 737-MAX binnen zehn Tagen zur Verfügung stellen. Nach dem Absturz einer 737-MAX 8 am Wochenende über Äthiopien war die Boeing-Aktie unter Druck geraten, denn es handelte sich um den zweiten Absturz einer Maschine dieses Typs innerhalb von fünf Monaten. Im frühen Handel litt die Aktie zusätzlich unter der Ankündigung des Unternehmens, die 737-MAX vorerst nicht mehr auszuliefern.

Für die Broadcom-Aktie ging es 8,2 Prozent nach oben. Sie markierte im Verlauf ein Allzeithoch. Der Chiphersteller verfehlte zwar seine Umsatzziele, bekräftigte allerdings den Ausblick. Der Konzern habe die Belastungsfaktoren bereits in seinem Ausblick berücksichtigt, sagte CEO Hock Tan. Im Gefolge legten die Titel von Lam Research (plus 3,3 Prozent) und Applied Materials (plus 3,8 Prozent) ebenfalls zu. Im Dow-Jones-Index gewannen Intel 1,7 Prozent.

Die Oracle-Aktie verlor 0,2 Prozent. Der Software-Konzern hat im dritten Geschäftsquartal die Erwartungen der Analysten übertroffen. Sowohl bei Umsatz als auch Gewinn je Aktie lag das Unternehmen über den Schätzungen der Marktes. Laut Analysten dürfte es Oracle im Cloud-Geschäft schwer haben, den Rückstand auf die Konkurrenz aufzuholen. Zudem habe das Ergebnis je Aktie von einem Aktienrückkauf profitiert.

Die Adobe-Aktie fiel um 3,6 Prozent. Das Unternehmen hat im ersten Geschäftsquartal einen Rekordumsatz erzielt und den Gewinn gesteigert und dabei die Markterwartungen übertroffen. Die Titel hatten 2018 mit 23 Prozent jedoch überproportional stark zugelegt und litten daher unter Gewinnmitnahmen.

 
Pfund wenig bewegt - Ölpreise geben leicht nach 
 

Das Pfund reagierte insgesamt kaum auf das Votum des britischen Unterhauses für eine Verschiebung des Brexit. Mit der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines "weichen Brexit" sehen die Analysten von Morgan Stanley (MS) das Pfund auf einem holprigen Weg nach oben. Die Tagesvolatilität "dürfte für einige Zeit erhöht bleiben", was wiederum Unternehmen und andere dazu veranlassen dürfte, höhere Pfund-Positionen weiter abzusichern. Doch halten die Experten das Pfund für die am zweitstärksten unterbewertete G10-Währung. Im späten US-Handel notierte das Pfund bei 1,3290 Dollar, leicht über dem Niveau nach dem Abstimmungsergebnis am Vortag.

Die Ölpreise gaben leicht nach. Nach einem Wochenplus von 4,4 Prozent kam es zu Gewinnmitnahmen, so ein Händler. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel zum US-Settlement um 0,2 Prozent auf 58,52 Dollar. Brent gab um 0,1 Prozent auf 67,16 Dollar nach. Belastend waren auch die Februar-Daten der Internationalen Energieagentur (IEA). Demnach ist die weltweite Ölförderung im vergangenen Monat zwar zurückgegangen, lag aber höher als im Februar 2018. Überdies berichtete die IEA von einer geringeren Nachfrage nach Öl im vierten Quartal des vergangenen Jahres.

Der Goldpreis kletterte wieder über die Marke von 1.300 Dollar. Zum US-Settlement stieg die Feinunze um 0,6 Prozent auf 1.303 Dollar. Das Edelmetall profitierte dabei auch von der wieder gestiegenen Zuversicht in Bezug auf die Handelsgespräche. "Gold wird zwar vor allem als 'sicherer Hafen' gesehen, doch ist das Edelmetall auch stark abhängig von den Entwicklungen in den Schwellenländern und vor allem in China, die mehr als die Hälfte der Nachfrage ausmachen", sagte Carsten Menke, Rohstoff-Analyst bei Julius Bär.

Die US-Anleihen legten leicht zu, angetrieben durch die schwachen Konjunkturdaten aus China sowie die gemischten US-Daten. Diese hätten die Konjunktursorgen wieder verstärkt, hieß es. Die Rendite zehnjähriger Papiere reduzierte sich um 4 Basispunkte auf 2,59 Prozent.

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INDEX           zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
DJIA          25.848,87   0,54   138,93      10,81 
S&P-500        2.822,48   0,50    14,00      12,59 
Nasdaq-Comp.   7.688,53   0,76    57,62      15,87 
Nasdaq-100     7.306,99   0,88    63,97      15,43 
 
US-Anleihen 
Laufzeit        Rendite   Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre            2,43       -2,9        2,46      122,7 
5 Jahre            2,39       -4,4        2,43       46,6 
7 Jahre            2,48       -4,3        2,53       23,6 
10 Jahre           2,59       -4,0        2,63       14,4 
30 Jahre           3,02       -3,1        3,05       -5,2 
 
DEVISEN         zuletzt      +/- %    Fr, 8:41  Do, 17:15   % YTD 
EUR/USD          1,1322     +0,14%      1,1322     1,1299   -1,2% 
EUR/JPY          126,24     -0,05%      126,39     126,32   +0,4% 
EUR/CHF          1,1348     +0,00%      1,1347     1,1355   +0,8% 
EUR/GBP          0,8519     -0,19%      0,8546     0,8517   -5,3% 
USD/JPY          111,50     -0,18%      111,63     111,79   +1,7% 
GBP/USD          1,3290     +0,32%      1,3247     1,3266   +4,1% 
Bitcoin 
BTC/USD        3.904,77     +1,30%    3.854,00   3.852,77   +5,0% 
 
ROHÖL           zuletzt  VT-Settl.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         58,41      58,61       -0,3%      -0,20  +26,8% 
Brent/ICE         67,05      67,23       -0,3%      -0,18  +22,6% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.301,93   1.296,49       +0,4%      +5,45   +1,5% 
Silber (Spot)     15,30      15,19       +0,7%      +0,11   -1,3% 
Platin (Spot)    830,50     827,49       +0,4%      +3,01   +4,3% 
Kupfer-Future      2,91       2,89       +0,6%      +0,02  +10,3% 
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Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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March 15, 2019 16:19 ET (20:19 GMT)

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Quelle:Dow Jones  15.03.2019 21:19


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